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Bewerbung eingegangen, und jetzt? Ein einfacher Ablauf für Praxen ohne Personalabteilung

Darian Tomeit · · 5 Min. Lesezeit

Praxismanagerin antwortet am Empfangstresen einer Arztpraxis auf eine Nachricht am LaptopBild: KI-generiert

In vielen Praxen landet eine Bewerbung irgendwo zwischen Patiententerminen, Abrechnung und Teamorganisation. Sie wird gesehen, vielleicht sogar kurz gelesen, aber nicht sofort beantwortet. Nach ein paar Tagen ist sie im Alltag untergegangen, und wenn sich endlich jemand meldet, hat die Person bereits woanders zugesagt.

Das ist kein Vorwurf. In kleinen Praxen gibt es keine Personalabteilung, und die Leitung arbeitet meist selbst am Patienten. Trotzdem ist genau diese Verzögerung einer der häufigsten Gründe, warum gute Kandidatinnen und Kandidaten verloren gehen. Fachkräfte prüfen heute oft mehrere Optionen gleichzeitig und entscheiden sich häufig für die Einrichtung, die zuerst reagiert. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über die Erwartungen von Bewerbenden.

Die gute Nachricht: Mit einem festen, einfachen Ablauf lässt sich das Problem lösen, ohne dass der Praxisalltag darunter leidet. Im Folgenden zeigen wir Schritt für Schritt, wie so ein Ablauf aussehen kann.

Schritt 1: Den Eingang innerhalb eines Werktags bestätigen

Der erste Schritt ist der einfachste und gleichzeitig einer der wirksamsten. Eine kurze, persönliche Nachricht reicht völlig, um Wertschätzung zu zeigen und die Person im Prozess zu halten. Sie muss weder lang noch perfekt formuliert sein.

Eine mögliche Vorlage:

Hallo [Vorname], vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Praxis. Wir haben Ihre Nachricht erhalten und freuen uns sehr darüber. Ich melde mich spätestens bis [Wochentag] bei Ihnen, um einen kurzen Telefontermin abzustimmen. Viele Grüße, [Name]

Wichtig ist, dass Sie den genannten Termin dann auch einhalten. Je nach Zielgruppe ist neben der E-Mail auch ein kurzer Anruf oder eine Nachricht per Messenger in Ordnung, wenn die Person diesen Weg selbst angeboten hat.

Schritt 2: Ein kurzes Telefonat statt sofort ein Vorstellungsgespräch

Statt direkt ein ausführliches Vorstellungsgespräch zu vereinbaren, hat sich ein kurzes Telefonat von zehn bis fünfzehn Minuten bewährt. Es ist für beide Seiten unverbindlicher, lässt sich leichter in den Alltag einbauen und klärt die wichtigsten Punkte, bevor viel Zeit investiert wird.

Diese Punkte sollten im Telefonat geklärt werden:

  • Welche Qualifikation und welche fachlichen Schwerpunkte bringt die Person mit?
  • Welcher Stundenumfang und welche Arbeitstage sind gewünscht?
  • Ab wann wäre ein Start möglich, und gibt es eine Kündigungsfrist?
  • Wie weit ist der Arbeitsweg, und ist er im Alltag machbar?
  • Was ist der Person bei einer neuen Stelle besonders wichtig?

Danach ist für beide Seiten klar, ob ein ausführliches Kennenlernen sinnvoll ist. Wenn nicht, ist eine ehrliche, freundliche Absage direkt im Gespräch oft angenehmer als eine schriftliche Absage Tage später.

Schritt 3: Feste Zeitfenster für Gespräche einplanen

Einer der größten Zeitfresser ist die Terminsuche. Wenn erst nach einer Lücke im vollen Kalender gesucht werden muss, vergehen schnell ein bis zwei Wochen bis zum Gespräch. Die Lösung ist einfach: Blockieren Sie jede Woche zwei feste Zeitfenster, die ausschließlich für Kennenlerngespräche reserviert sind.

So können Sie im Telefonat sofort einen konkreten Termin anbieten, statt sich später noch einmal melden zu müssen. Werden die Slots in einer Woche nicht gebraucht, stehen sie wieder für den normalen Praxisbetrieb zur Verfügung. Das spart Abstimmungsschleifen und verkürzt den Prozess oft um Tage.

Schritt 4: Hospitation zügig anbieten

Gerade in Therapie und Pflege möchten viele Fachkräfte das Team und die Abläufe vor einer Entscheidung erleben. Eine Hospitation oder ein Probetag ist für beide Seiten wertvoll: Die Person bekommt ein ehrliches Bild vom Alltag, und das Team kann einschätzen, ob die Zusammenarbeit passt.

Damit die Hospitation nicht zur Hürde wird, sollte sie innerhalb einer Woche nach dem Gespräch stattfinden. Legen Sie vorab fest, an welchen Tagen das grundsätzlich möglich ist und wer die Person begleitet. Planen Sie am Ende des Tages ein kurzes gemeinsames Gespräch ein, um Eindrücke auf beiden Seiten direkt auszutauschen.

Schritt 5: Klar und ohne Umwege entscheiden

Wenn es passt, sollte die Zusage zeitnah kommen, idealerweise innerhalb weniger Tage nach der Hospitation. Wer hier zu lange wartet, verliert gute Leute an schnellere Einrichtungen. Hilfreich ist, die wichtigsten Eckdaten für ein Angebot schon vorher bereitzuhalten, also Gehaltsrahmen, Stundenumfang und möglichen Starttermin.

Auch nach der Zusage ist der Prozess nicht vorbei. Gerade wenn zwischen Unterschrift und erstem Arbeitstag mehrere Wochen liegen, lohnt es sich, in Kontakt zu bleiben. Wie das ohne großen Aufwand gelingt, beschreiben wir in unserem Beitrag über die Zeit vor dem ersten Arbeitstag.

Eine Person ist verantwortlich

Der wichtigste Punkt des gesamten Ablaufs ist eine klare Zuständigkeit. Eine Person im Team behält alle laufenden Bewerbungen im Blick und sorgt dafür, dass niemand ohne Rückmeldung bleibt. Das muss nicht zwingend die Praxisleitung sein. Oft eignet sich auch eine Person aus der Rezeption oder Verwaltung, die Termine koordiniert und die Leitung nur für die Gespräche selbst einbindet.

Dafür reicht eine einfache Übersicht, zum Beispiel eine Tabelle mit Name, Kontaktweg, aktuellem Schritt und nächstem Termin. So geht auch in vollen Wochen niemand verloren, und Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen können nahtlos übernehmen.

Verbindlichkeit macht den Unterschied

In der Zusammenarbeit mit unseren Kunden hören wir immer wieder, wie sehr genau diese Verbindlichkeit geschätzt wird: schnelle Rückmeldungen, eingehaltene Absprachen und niemand, dem man hinterherlaufen muss. Was für die Zusammenarbeit zwischen Einrichtung und Dienstleister gilt, gilt für Bewerbende genauso. Wer sich ernst genommen fühlt, bleibt im Prozess.

Wenn Sie diesen Ablauf nicht selbst aufbauen möchten, übernehmen wir die Vorqualifizierung und Terminabstimmung im Rahmen unseres TR-Systems.

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