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Fachkräftemangel in der Pflege: Warum regionale Ansprache oft mehr bringt als bundesweite Kampagnen

Colin Tomeit · 2 Min. Lesezeit

Wenn Einrichtungen über zu wenig Bewerbungen klagen, ist die naheliegende Reaktion häufig, die Reichweite zu erhöhen — mehr Portale, größere Anzeigenbudgets, …

Wenn Einrichtungen über zu wenig Bewerbungen klagen, ist die naheliegende Reaktion häufig, die Reichweite zu erhöhen — mehr Portale, größere Anzeigenbudgets, bundesweite Sichtbarkeit. Für viele Positionen im Gesundheitswesen ist das jedoch der falsche Hebel, weil ein Großteil der Fachkräfte grundsätzlich nicht bereit ist, für eine neue Stelle den Wohnort zu wechseln.

Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie medizinisches Fachpersonal sind in der Regel regional verwurzelt — durch Familie, Partnerschaft, soziales Umfeld oder schlicht die Bindung an eine bestimmte Region. Eine bundesweite Kampagne erreicht zwar mehr Menschen insgesamt, aber einen großen Teil davon in Regionen, aus denen ein Wechsel realistisch nie stattfinden wird. Das Ergebnis sind viele Impressionen, aber wenige tatsächlich relevante Kontakte.

Eine gezielt regionale Ansprache dreht dieses Verhältnis um: weniger Reichweite insgesamt, aber ein deutlich höherer Anteil an Personen, für die ein Wechsel überhaupt realistisch infrage kommt. Das wirkt sich direkt auf die Qualität der eingehenden Kontakte aus, nicht nur auf die reine Anzahl.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Eine Ansprache, die konkret die eigene Region, den eigenen Landkreis oder sogar den eigenen Stadtteil anspricht, wirkt persönlicher und glaubwürdiger als eine generische, überregionale Botschaft. Bewerbende erkennen sich eher wieder, wenn die Kommunikation ihren tatsächlichen Lebensmittelpunkt berücksichtigt.

Für Einrichtungen bedeutet das: Bevor in mehr Reichweite investiert wird, lohnt sich die Frage, ob die vorhandene Ansprache überhaupt in der Region ankommt, aus der realistisch neue Mitarbeitende kommen können.

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