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Warum klassische Stellenanzeigen in der Pflege nicht mehr ausreichen

Colin Tomeit · 2 Min. Lesezeit

Wer heute eine offene Stelle in der Pflege oder Therapie über ein klassisches Jobportal ausschreibt, kennt das Muster: Die Anzeige läuft, es kommen vereinzelt …

Wer heute eine offene Stelle in der Pflege oder Therapie über ein klassisches Jobportal ausschreibt, kennt das Muster: Die Anzeige läuft, es kommen vereinzelt Bewerbungen, aber selten von Personen, die wirklich zur Einrichtung passen. Das liegt nicht an der Qualität der Anzeige, sondern an einem grundsätzlichen Problem — die meisten qualifizierten Fachkräfte im Gesundheitswesen suchen aktuell gar nicht aktiv.

Sie sind in einem Beschäftigungsverhältnis, oft zufrieden mit einzelnen Aspekten ihrer Arbeit, aber offen für eine bessere Alternative, wenn sie ihnen begegnet. Diese Gruppe erreicht eine Stellenanzeige grundsätzlich nicht, weil niemand ein Jobportal durchsucht, wenn er nicht aktiv wechseln möchte. Genau hier liegt die Grenze klassischer Anzeigenschaltung: Sie erreicht ausschließlich den aktiv suchenden Teil des Arbeitsmarkts — und der ist im Gesundheitswesen inzwischen klein.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt. Einrichtungen, die ausschließlich auf Anzeigen setzen, konkurrieren direkt mit jeder anderen Einrichtung, die dieselbe Position ausschreibt. Die Differenzierung passiert dann fast ausschließlich über das Gehalt, weil der Bewerbende mehrere fast identische Anzeigen nebeneinander sieht und schlicht die attraktivste Zahl auswählt.

Was stattdessen funktioniert, ist eine gezielte, regionale Ansprache — dort, wo sich Fachkräfte ohnehin aufhalten, mit einer klaren Aussage darüber, was die Einrichtung tatsächlich besonders macht. Das bedeutet nicht, auf Anzeigen komplett zu verzichten, sondern sie durch eine aktive Ansprache-Komponente zu ergänzen, die auch die passiv suchende Mehrheit erreicht.

Für kleinere und mittelgroße Einrichtungen ist das oft der größere Hebel als eine teurere Anzeigenschaltung: nicht mehr Reichweite in denselben Portalen, sondern Zugang zu einer Zielgruppe, die klassische Kanäle grundsätzlich nicht erreichen.

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